Just intonation
Just Intonation ist die experimentelle Visualisierung von Intervallen und Akkorden. Dies geschieht auf
komplett analogem Weg, nämlich mithilfe eines Laserstrahls, der an einer Membran reflektiert wird,
welche von den Klängen in Schwingung versetzt wurde. Der so modulierte Laserstrahl vollzieht Bahnen
und erzeugt an der Projektionsfläche Figuren, die für die jeweiligen Akkorde typisch sind.
Sind die Akkorde in der uns geläufigen gleichstufigen (wohltemperierten) Stimmung, sind die Figuren
nicht stabil, sondern bewegen sich aufgrund von Schwebungen, was eine kameralose Ausbelichtung
auf Fotopapier mit einigen Sekunden Belichtungszeit verhindert.
Um stabile Figuren zu erhalten, wurden die Akkorde in der Programmiersprache Pure Data in reiner
Stimmung (engl.: just intonation) programmiert, wo Tonstufen wie Terz, Quarte oder Quinte in exakten
Frequenzverhältnissen zum Grundton stehen. Die so entstehenden stabilen Figuren konnten auf
klassischem Fotopapier ausbelichtet werden.
Erstaunlich ist dabei die feine Rasterung der entstehenden Bilder, die auf Interferenzeffekte bei der
Reflexion des Laserstrahles zurückzuführen ist.
Ausstellung(en):
Ausstellung bei Experimentelle Positionen in der steirischen Fotografie, Part II, Fotogalerie im Grazer Rathaus, Graz, 02-04/2026